zurück


Licht-Bild: Alexej Cherny

physical theater / work-in-progress
WARTERAUM
„Jeder von uns ist auf der Welt allein“, stellte W. Somerset Maugham in „Silbermond und Kupfermünze“ fest. Die Physical Theater Performance „Warteraum“, aktuelles Projekt von Regisseurin und Schauspielerin Lena Binski, führt uns die Tragweite dieser Aussage eindringlich vor Augen, ohne sie letztendlich zu bestätigen oder zu widerlegen. Mit diesem Werk begibt sich die Autorin auf die Suche nach universellen Symbolen, die jenseits der Sprache allgemein gültig und verständlich wären, und spürt der Frage nach, inwieweit es eigentlich möglich ist, sich mit anderen Individuen wirklich schlüssig und unzweideutig zu verständigen.

Im „Warteraum“ verschieben sich die gewohnten Perspektiven gleich auf mehreren Ebenen. So verwischt die Grenze zwischen Mitwirkenden auf und – eben nicht - „hinter“ der Bühne, gleichsam als täten wir als Beobachter einen Schritt zurück, um einen größeren Ausschnitt des Geschehens zu überblicken. Im Dialog zwischen verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen entsteht so eine Forschungsarbeit zur zwischenmenschlichen Kommunikation angesichts der scheinbaren Unmöglichkeit, anderen die Reichtümer des eigenen Herzens zu vermitteln.

Pressetext: Holger Laufenberg


"Jeder von uns ist auf der Welt allein. Er ist in einem ehernen Turm eingeschlossen und kann mit seinen Mitmenschen nur mit Hilfe von Zeichen in Verbindung treten, und diese Zeichen haben keine allgemein verständliche Bedeutung, so dass ihr Sinn vage und unbestimmt ist. Kläglich versuchen wir, anderen die Reichtümer unseres Herzens zu übermitteln, aber sie haben nicht die Fähigkeit, sie anzunehmen; und daher gehen wir einsam nebeneinander, aber nicht miteinander, unfähig, unsere Mitmensch zu verstehen, und unverstanden von ihnen. Wir sind wie Menschen, die in einem Land leben, dessen Sprache sie so schlecht beherrschen, dass sie, trotz all den schönen und klugen Dingen, die sie zu sagen hätten, zu den Banalitäten ihres Sprachführers verurteilt sind. Ihr Hirn kocht vor Ideen, aber sie können nur sagen, dass der Schirm der Tante des Gärtners im Hause ist."

“Each one of us is alone in the world. He is shut in a tower of brass, and can communicate with his fellows only by signs, and the signs have no common value, so that their sense is vague and uncertain. We seek pitifully to convey to others the treasures of our heart, but they have not the power to accept them, and so we go lonely, side by side but not together, unable to know our fellows and unknown by them. We are like people living in a country whose language they know so little that, with all manner of beautiful and profound things to say, they are condemned to the banalities of the conversation manual. Their brain is seething with ideas, and they can only tell you that the umbrella of the gardener's aunt is in the house.”

W. Somerset Maugham




Teaser: Ivan Blankov


Dauer: 40 Min.


Konzept, Regie: Lena Binski
Choreographie, Darstellung: Evgenia Chetvertkova
Live-Projektion: Alexej Tchernyi
Musik, Live-Ton: Movan
Technische Unterstützung: Grit Lindau, Daniel Semke


Am 29.07. im Anschluss an die Vorstellung findet eine Gesprächsrunde
mit Theaterscoutings Berlin statt
: zum Publikumsgespräch


Karten: 14,- / 10,- erm.


Reservierungen: die Links zur onlain-Reservierung finden Sie unten. Gerne nehmen wir auch Bestellungen unter theater@acud.de oder unter 030 - 44 35 94 97entgegen. Eine gesonderte Bestätigung erfolgt nicht.


ACUDtheater
Fr 28.7. 21:00 Uhr,  Sa 29.7. 21:00 Uhr